Das
MCR Konzert ist jetzt schon eine ganze Woche her & ich "leide" immer noch an den üblichen "
Post-Concert-Depressions", jedoch mehr denn je, wie es mir im Moment scheint...
Mal ehrlich, so ein Konzert ist doch schon irgendwie eine seltsame Sache, zumindest dann, wenn man einen starken Bezug zur Musik hat.
Wenn man oft auf Konzerte geht, stellt man irgendwann Dinge fest, die sich immer wiederholen, Dinge, die man immer wieder sieht & man erlebt Dinge, die man sonst nicht für möglich hielt.
Glaubt ihr mir nicht? Abwarten...
Zu allererst einmal die typischen
Konzert-Stereotypen die man auf
JEDEM* Konzert antrifft
(* von Rock-Konzerten ausgehend)
Die Fangirlies
Zugegeben,
auch ICH bin manchmal ein kleines Fangirly, das plötzlich in Verzückung gerät, nur weil Sänger XY gerade die Hüfte besonders nett geschwungen hat oder weil man mit Drummer XYZ gerade 0,5 Sekunden Blickkontakt hatte.
Ich denke das ist normal. Den Unterschied macht jedoch die ART & WEISE in der man seinen aktuellen Fangirly-Modus auslebt, denn das gemeine Fangirly ist ja sowieso der Meinung die nächste Mrs.Way/Iero/Armstrong/Leto/KarlArsch/Whatever/INSERT BANDMEMBERNAME HERE zu werden &
MUSS MUSS MUUUUSSS deshalb in die erste Reihe kommen.
EGAL WIE!
Dies versuchen sie mit kratzen/beißen/kneifen/treten/spucken zu erreichen. Im Normalfall werden sie jedoch noch kurz vor der Ziellinie irgendwie weggemosht/gepogt.
Schaffen sie es allerdings doch irgendwie in die erste Reihe zu kommen, verweilen sie dort eh höchstens 2 Minuten, weil sie zu geschwächt sind, da sie all ihre Kraft dafür aufgebracht haben anderen Konzertbesuchern, die einfach Spaß haben wollen, alles um die Ohren zu hauen, was sie haben.
Die Kreischies
Eine weitere Unterart des "Fangirlies", nicht ganz so extrem, schreit einen jedoch gerne mal
TAUB, und zwar egal ob in Reihe 1, 2, 3 oder 149.
Geschrien wird immer dann wenn es gerade
NICHT angebracht ist und zwar besonders laut & schrill.
Die Schreie variieren dann zwischen
"Ich klinge als würde mich gerade jemand abstechen wollen" und
"Ich erlebe gerade meinen ersten Orgasmus".
Klingt nicht schön, nein, nein.
Das Schlimmste: Kreischies sind auf ihren Fachgebiet unheimlich
ausdauernd. Sie können kreischen ohne Ende, bis einem ordentlich der Schädel brummt.
Dafür
FAILen sie in anderen Gebieten, denn sie sind ebenso leicht wie die Fangirlies mit einigen gekonnten Ellbogenhieben ausser Gefecht zu setzen.
Die Penner
Ja, die Penner eben.
Ihr wisst schon, die, die schon
eine Woche vor dem Konzert vor dem Eingang campieren.
Dort verweilen sie Tage lang & usseln so vor sich hin, nur damit sie am Tag des Konzerts in der ersten Reihe stehen.
Nun, wenn Menschen gerne stinken wollen, dann sollen sie es tun.
ABER BITTE NICHT, WENN SIE AUF EINEM KONZERT VOR MIR/NEBEN MIR/HINTER MIR/IN MEINER NÄHE STEHEN!
1) Man
schwitzt auf einem Konzert. Das ist okay.
Man kommt mit dem Schweiß anderer Menschen in Berührung. Das ist auch okay, solange wie man nicht drüber nachdenkt.
ABER ich mag nicht ins Koma fallen, nur weil neben mir ein Mensch die Arme gehoben hat & ich, mit meinen noch nicht einmal 1,60m Körpergröße, dank dem Gedrängel irgendwo unter deren Achseln feststecke & dort elendig zu Grunde gehe.
2) Man ist auf einem Konzert in
Bewegung.
Es wird warm in der Halle. SEHR, SEHR WARM. & was tun Gerüche bekanntlich bei Wärme? Nun, sie entfalten sich erst einmal richtig.
Dann mag ich niemanden neben mir stehen haben, der sich seit einer Woche nicht mehr gewaschen hat & nach
eau de Gulli duftet...
Die Camper
...sind ganz nah verwandt mit den "Pennern", denn da diese ja schon gut eine Woche vor dem Konzert vor der Halle campieren braucht man ja
so einiges an Zeug:
Haarspray, um die schlecht toupierte Matte in Form zu halten, Deo, als "Trockendusche", denn Wasser ist + Seife sind überbewertet, Süßkram, damit man nicht verhungert, Deo, peinliche selbstbedruckte T-Shirts mit peinlichen Fremdschäm-Fangirly-Sprüchen
(a la "INSERT BANDMEMBERNAME HERE fuck me/rape me/kiss me/marry me...usw...usw...), Deo, Deo, Deo...erwähnte ich schon das DEO?!
Nun, dieser ganze für ein Konzert
UNHEIMLICH WICHTIGE Kram bietet zweierlei Hindernis auf einem Konzert:
Möglichkeit Nr.1) Man steht beim Einlass hinter einem Camper mit
prall gefülltem Rucksack. Natürlich muss dieser Rucksack erst einmal auf seinen Inhalt untersucht werden, denn es KÖÖNNTE ja sein, dass sich darin Glasflaschen, Taschenmesser, Dynamit oder atomare Brennstoffe befinden, die natürlich UNTER GAR KEINEN UMSTÄNDEN mit rein dürfen.
& während man da so steht und vor einem die Camper-Tasche durchwühlt wird, füllt sich währenddessen die Halle bereits mit Menschen, die durch einen anderen Eingang kamen &
KEINEN Camper vor sich hatten...
Möglichkeit Nr.2) Der Hallenbetreiber sieht das Ganze ziemlich locker & den Campern wird
EINLASS GEWÄHRT ohne dreistündige Leibesvisite. Natürlich hat man dann das Glück während das Konzerts einen Camper VOR sich stehen zu haben, der vermutlich eh schon fast
2m hoch ist & einen so riesigen Rucksack auf den Rücken geschnallt hat, dass man meinen könnte die Person hätte einen
dreiwöchigen Überlebenstrip im Dschungel hinter sich.
Eine unüberwindbare Blockade, wenn man nicht gerade Hulk ist...
Die rempel-mich-bloss-nicht-an-Tussis
Oooh, einer meiner Lieblings-Stereotypen :D
Das sind die, die
ein Lied vom neusten Album kennen, sich mit Nuttenstiefeln in die erste Reihe quetschen & einem dann mit Vorliebe ihre PFENNIGABSÄTZE in den Schuh bohren. Ich liebe sie.
Da sie auf ihren totaaaal Konzert-geeigneten Schuhen ungefähr 0% Halt haben werden sie schnell von den anderen Konzertbesuchern von A nach B geschubst, bis sie im
Moshpit landen. Dort ereignet sich dann ein ganz besonderes Phänomen, denn die rempel-mich-bloss-nicht-an-Tussis geraten sofort in
Panik wenn um sie herum zu viel Bewegung ist und regen sich sofort
lautstark & mit empörten Gesichtsausdruck über jeden auf, der sie auch nur irgendwie berührt. Sowas macht man ja auch nicht im Moshpit...Sauerei!
Schön sind aber auch die, die sich aufregen, wenn man sie anrempelt, während sie gerade versuchen ein Foto zu machen. Ich bin untröstlich, aber es gibt auch Leute die
nicht nur zum FOTOS MACHEN auf ein Konzert gehen!
So viel zu unserem geliebten Konzert-Stereotypen.
Natürlich kann man das Ganze
nicht verallgemeinern. Nicht jeder, der in der ersten Reihe steht ist ein verkapptes Fangirly & jedem entfleucht mal ein Kreischer in der Euphorie, oder man macht sonst irgendwas Dummes. Aber es gibt nun mal Gestalten, die immer das selbe Verhaltensmuster aufweisen...
Kommen wir zum nächsten Punkt::
Dinge, die man vorher nie für möglich hielt:
1) Sobald das Konzert beginnt setzen jegliche Vitalfunktionen & menschliche Bedürfnisse aus
Tatsache!
Hunger? Durst? Was ist das denn? Kenn ich nicht!
Mir taten bis gerade eben die Füße weh, weil ich mir 3 Stunden vor dem Einlass die Beine in den Bauch gestanden hatte? Alles Unsinn!
Sobald von Vorne die ersten Klänge ertönen blendet man alles andere aus & verfällt in eine Art Trance. Schmerzen sind dann plötzlich nebensächlich.
2) Man schraubt seine Ekelgrenze auf ein Minimum herunter
Glaubt ihr mir nicht? Dann habe ich hier zwei nette, anschauliche Beispiele für euch:
Beispiel Nr.1) Ihr steht mittem im Gedränge. Euch ist HEIß. Sehr, sehr HEIß. Ihr werdet von allen Seiten gequetscht. Ihr braucht
Luft & vor allem
WASSER. Ein Security gibt einen Becher voll Wasser in die Menge. Der Becher kommt halb leer bei euch an, denn ihr steht in der vierten Reihe. Vor euch haben
mindestens 8 Leute einen Schluck aus diesem Becher genommen.
Du setzt den Becher an, trinkst einen Schluck & reichst den Becher weiter.
Glaubt mir, bevor ihr es in Kauf nehmt ohnmächtig zu werden & weg zu klappen trinkt ihr auch mit
wildfremden Menschen aus einem Becher.
Herpes kann kommen!
Beispiel Nr. 2) Ihr seid auf einem Konzert in einem kleinen Club & steht in der 2.Reihe. Der Sänger der Band ist ein bisschen
verrückt & ist durchaus für seltsame Aktionen bekannt. Ihr habt ein paar mal Blickkontakt zu diesem Sänger & streckt ihm die Hand hin.
Dies geschieht so oft, bis dieser Sänger irgendwann
eure Hand nimmt & versucht euch aus der Menge zu ziehen. Da ihm dies jedoch nicht gelingt da das Gedränge zu groß ist, & da der Sänger sowieso ein bisschen abgedreht ist, nimmt er eure Hand & findet es sehr witzig euch seinen kompletten Naseninhalt auf die Hand zu
rotzen. Anstatt durchzudrehen, wie man es bei jedem anderen Menschen getan hätte nimmt man dies jedoch mit einem Lachen hin.
Ekelhafter Unsinn sagt ihr?
Nun,
genau diese Situation ereignete sich auf dem letzten
AIDEN Konzert auf dem ich war. Da wiL
(der durchaus nicht ganz unansehnliche Sänger, für alle Unwissenden) es nicht schaffte mich auf die Bühne zu ziehen & anscheinend nicht wusste was er nun stattdessen mit meiner Hand machen sollte die er festhielt, rotzte er mir halt auf die Hand. Ich antwortete darauf mit einem lauten "
ASSHOLE!" & schmierte ihm den Großteil zurück ins Gesicht was er unheimlich amüsant fand
(In meinem alten Blog hatte ich dazu mal einen Blogentrag + Beweisvideo...suche ich auf Wunsch gerne heraus xD).
Und wisst ihr was? Es war mir eigentlich ziemlich egal.
Ich lachte, er lachte. Ende der Geschichte, denn es war ja schließlich wiL.
Was glaub ihr was passiert wäre wenn Mensch XY im Zug plötzlich auf meine Hand gerotzt hätte? Gelacht hätte ich jedenfalls nicht...& Mensch XY auch nicht mehr lange...
3) Man wird zum Langstreckenläufer/Sprinter
In der Tat! Sonst würde ich einfach mal von mir behaupten, dass das sportlichste an mir mein Eisprung ist, aber auf Konzerten entwickelt man einfach
ungeahnte Kräfte.
Zum Beispiel kann man plötzlich den derbsten Sprint hinlegen wenn man will & der
Tunnelblick nur auf diese eiiiine winzige Lücke in der ersten Reihe gerichtet ist. Glaubt mir, es ist euch scheiß egal, ob ihr unsportlich seid und/oder euch vom Anstehen die Füße weh tun:
IHR RENNT! & zwar in einer Geschwindigkeit als ginge es um euer Leben. Besessen sein ist nichts dagegen!
Ebenso wie ihr es selbst als kleines, schwaches Mädchen plötzlich schafft euch im Gedränge die größten Kerle vom Leib zu halten...es ist plötzlich
ALLES möglich!
4) Menschen können wie Dominosteine umkippen
Ja, das können sie. Vor allem dann, wenn der Rudelführer
(aka "Sänger") auf der Bühne von A nach B läuft.
Läuft also der Rudelführer nach
RECHTS, so drängt das Rudel ebenfalls in diese Richtung. Wechselt der Rudelführer seine Richtung & läuft nach
LINKS, folgt die Meute ebenfalls. Dieses Verhalten geht so lange gut, bis am äußersten Rand die erste Person umkippt & daraufhin der ganze Mob aus dem Gleichgewicht gerät & mit umkippt. Domino-Day hoch 10!
5) Es regnet in der Halle
Gut, natürlich nur im
methaphorischen Sinne, aber ja, es IST möglich, dass viele viele Menschen so sehr in Fahrt kommen, dass sie so sehr schwitzen, dass sich KONDENZWASSER an den Wänden bildet, die Fenster beschlagen & es unaufhörlich von der Decke
TROPFT. Je kleiner & stickiger die Halle/der Club, desto größer ist die "Regenwahrscheinlichkeit"
(Ich beobachtete dieses Phänomen das erste mal auf meinem ersten Billy Talent Konzert. Die Halle war groß & mir tropfte es dauernd auf den Kopf...lol...).
Nun, hat man all dies einmal mitgemacht & ist das Konzert vorbei, so sitzt man wieder zu Hause, alleine.
Was kommt dann?
Natürlich
das schlimmste Konzertmitbringsel von allen:
"Post-Concert-Depressions"
Nun hat man einige Stunden Adrenalin & Euphorie hinter sich gebracht, schwebt irgendwo auf Wolke 7 & ist voller Energie. Aber wohin damit?
Das Konzert ist vorbei, die Band, mit der man vor einigen Stunden noch rockte, ist bereits auf dem Weg zum nächsten Konzert & man kommt sich plötzlich komplett allein vor.
& doof.
& überhaupt.
& eigentlich wünscht man sich nur, dass man die Zeit noch einmal zurück drehen könnte, um den Abend noch einmal zu erleben.
Und noch einmal...und noch einmal...und nocheinmal...
Realisiert das konzertgeschädigte Gehirn dann irgendwann, dass dies unmöglich ist verfällt man in die sogenannten
Post-Concert-Depressions, was zur Folge hat, dass man
mindestens noch 2 weitere Wochen nach dem Konzert davon schwärmt wie toll es ja war, sich auf
YouTube jeden Konzertschnipsel ansieht & man keinerlei Lust hat Musik von einer anderen Band zu hören, auf deren Konzert man
nicht zuletzt war.
In ganz schlimmen Fällen kommt dieses Phänomen einher mit unkontrollierten
Stimmungsschwankungen & seltsamen Anwandlungen wie z.B. dass man
plötzlich anfängt zu heulen, weil man ein bestimmtes Lied einfach
so episch gut findet, dass es einen total bewegt.
Man hat das Gefühl unheimlich viel bekommen zu haben & viiiel zu wenig zurück geben zu können.
Man fühlt sich schlecht, obwohl man eigentlich
glücklich ist.
Dieser Zustand geistiger Umnachtung kann durchaus einige Tage, ja gar Wochen anhalten. Ich spreche aus Erfahrung, denn ich stecke mittendrin.
In diesem Sinne:
KEEP ON ROCKING!
P.S. Die Bilder sollen nicht schön sein, sondern sind nur in wenigen Minuten dahingekritzelt um euch das Grauen besser zu verdeutlichen xD