Light Pink Pointer

♥ Herzlich Willkommen!

Totenköpfe und Schleifchen, Nieten und Glitzersteinchen, Zombies und Kätzchen, schwarz und rosa: eben düster und kitschig...willkommen in meiner Welt! Hier findet sich alles von Outfitposts und der letzten Shoppingausbeute, über Rezepte und Reviews bis hin zum alltäglichen Gemecker über Gott und die Welt. Das Ganze gekonnt gewürzt mit einer kleinen Portion Humor, jeder Menge purer Ironie und etwas Seelenstriptease zwischendurch - denn ich bin mehr als nur eine hübsch gekleidete Hülle.
Und ich hab jede Menge zu erzählen!

noneArina xoxo

Freitag, 20. September 2013

Photobucket Nicht wählen zu gehen hilft den Falschen

oder auch: "Schon wieder ein Meckerpost über meine Mitmenschen". 

Eines steht fest:
Politik ist langweilig, trocken, verwirrend und kompliziert.
Das Problem daran:
Politik geht uns alle an. Jeden von uns. Ich bin politisch weder besonders engagiert noch wissenstechnisch der totale Überflieger, aber es gibt nun mal Dinge die müssen uns wohl zwangsläufig interessieren.
Und Politik ist eben so ein Ding.

Fakt ist: Ich gehe am kommenden Wochenende wählen. Ich bin mir noch nicht zu 100% sicher wo genau jetzt meine Kreuzchen landen sollen, aber ich mache mich weiterhin schlau und opfere kommenden Sonntag diese paar Minütchen meines Lebens um kurz 2 Kreuzchen zu setzen. Easy peasy!

Nun gehe ich ja nicht mit verschlossenen Augen und Ohren durch die Welt und kriege in Bus- und Bahn allerlei mit, aktuell auch viel wegen der bevorstehenden Bundestagswahlen. Und ich habe in letzter Zeit einige Sätze gehört, bei denen sich mir die Fußnägel hochklappen.
Hier mal ein paar Highlights:

"Ich gehe nicht wählen. Wen soll ich auch wählen? Sind eh alle Verbrecher"
(Lediglich in der Formulierung variierend, aber von der Aussage her oft gehört)

"Höhöh, ich wähl einfach die NPD, voll lustig, höhö"
(Ja ganz richtig, denn Dummheit kennt keine Grenzen. Hier bitte total dümmliches Lachen vorstellen)

"Wer geht denn heute noch wählen? Ganz ehrlich, gehst DU etwa?" 
(Hier mag ich meinen Kopf gegen eine Wand scheppern...)

Letzteres hab ich heute morgen gehört und spätestens da stand dann für mich fest, dass ich mal wieder etwas meckern muss.
JA, ich bin der Meinung, dass man wählen gehen sollte, sobald man es darf.
Wir alle haben eine Stimme, also lasst sie uns auch nutzen - und zwar sinnvoll!
Wir alle sind stets am nörgeln wenn uns etwas nicht passt. Nun haben wir die Chance unsere Interessen zu vertreten und in eine Richtung zu leiten, die uns zusagt. Warum also dann lieber Zuhause sitzen, anstatt einmal seinen Hintern ins Wahllokal zu schwingen? Für die ganz Faulen oder die, die verhindert sind, gibt es sogar eine Briefwahl. Hier gibt es also keine Ausreden mehr.
Die Aussage "Ich gehe nicht wählen" hab ich wirklich erschreckend oft gehört und ich verstehe es nicht wieso. Wer nicht wählen geht, unterstützt somit auch rechtsextreme Parteien. Und die wiederum haben am Regierungstisch so gar nichts verloren.

Dass Politiker uns viel versprechen und davon nur ein Viertel nachher umsetzen ist leider oft die traurige Wahrheit. Oft hörte ich auch die Aussage, dass "Politiker ja eh alle scheiße" sind und dass man bei den ganzen Idioten eh nicht weiß wen man wählen soll. Schön und gut. Die Antwort ist aber simpel:
Selbst wenn ihr wirklich alle Politiker und deren Wahlprogramme totaaaal daneben findet - wählt das eurer Meinung nach kleinste Übel.
Ich habe auch noch keine Partei gefunden mit der ich komplett übereinstimme, aber manche haben halt Ansichten die mir total gegen den Strich gehen, während andere Parteien Dinge ändern wollen, welche ich als sehr positiv und erstrebenswert ansehe.

Hier sind wir aber bei dem nächsten Problem was anscheinend einige Leute haben, vor allem Jugendliche:
Um zu wissen welche Partei was durchsetzen möchte muss man sich erstmal darüber schlau machen.
Also viel lesen und Zeit investieren. Und darauf hat ja auch wieder keiner Lust, richtig?
Wie gut, dass es eine Website gibt, die auch Politikmuffeln (wie auch mir) da sehr entgegen kommt:
Der Wahl-O-Mat. Auf dieser Seite beantworten die Parteien alle Thesen die für diese Bundestagswahl von Belangen sind und ihr könnt nachher auf einem Blick sehen mit welchen Parteien ihr übereinstimmt und eure Interessen vertreten, und welche ihr lieber nicht wählen solltet. Hier findet ihr also alle wichtigen Infos die ihr braucht auf einem Blick.

Wir alle haben eine Meinung. Zu alles. Zu jedem Mist. Und überall wollen wir sie äußern, nur anscheinend oft nicht dann wenn es angebracht ist.
Wie steht ihr zum Betreuungsgeld, welches Eltern erhalten sollen, deren Kinder nicht in die Kita gehen?
Findet ihr, dass die "Pille danach" rezeptpflichtig bleiben sollte?
Sollte Deutschland mehr Flüchtlinge aufnehmen?
Sollte es BAföG unabhängig vom Einkommen der Eltern geben?
Sollte die Türkei mit in die EU?
Was ist mit einem gesetzlichen Mindestlohn?
Seid ihr der Meinung dass auch homosexuelle Paare das Recht haben sollten ein Kind zu adoptieren?
Fändet ihr es okay wenn die Nutzung der Autobahnen in Zukunft kostenpflichtig wird?
Dies sind nur wenige Fragen, welche der Wahl-O-Mat euch stellen wird und ich denke JEDER von euch fühlt sich von irgendeinem Punkt angesprochen und JEDER von euch wird eine Meinung zu diesen Themen haben, ganz egal ob ihr zustimmt oder total dagegen seid. Genau so haben die Parteien zu jedem Thema ganz klare Positionen, die ihr auf der Wahl-O-Mat Seite auch nachlesen könnt. Nehmt euch die Zeit!

Es geht darum was in Zukunft mit UNS geschieht, was sich für UNS ändert. Wahlen sind definitiv wichtig, da hilft es nichts einfach Zuhause zu bleiben und sich zu enthalten, genau so wie es überhaupt nicht lustig ist zum Spaß oder weil man denkt dass man dann cool sei, rechtsextreme Parteien zu wählen. Wenn dies nur genug Dummköpfe machen kann der Schuss nämlich ganz fies nach hinten losgehen.

Macht euch schlau und geht dieses Wochenende wählen. Ich mache es auch!


Kommentare:

  1. Danke für den post! Ich denke da genauso! :) redest mir mal wieder aus der seele ♥♥♥

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  2. Ich gebe dir da voll und ganz Recht! Ich bin auch nicht 100% sicher wen ich nun wählen werde, aber ich bin fest entschlossen meine Stimme keinen Menschen zu schenken die damit nur Mist anstellen würden!!!
    Wer nicht wählen geht darf am Ende auch nicht meckern!!!

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  3. Gut, dass jemand endlich mal meine Meinung aufgeschrieben hat :D
    Wenn jetzt jemand demnächst dumm daher labert und so nen Mist redet wie "Warum soll ich wählen gehen?" werd ich ihm wortlos deinen Post um die Birne hauen, steht sowieso alles drin, was ich denke. Besser hätte man den Nagel nicht treffen können :D

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  4. Mhm.
    Ganz ehrlich: Ich finde den Wahl-O-Mat beschissen. Die Fragen sind viiiel zu allgemein gestellt.
    Will ich, dass die Türkei in die EU kommt? Nein. Aber diese Antwort schiebt mich automatisch in's rechte Feld.
    Bin ich für einen Mindestlohn? Ja. Aber der soll dann bitte nicht 2,50€ oder was ähnlich erbärmliches betragen.
    Mir wurde die NPD vorgeschlagen. Ganz sicher werde ich die nicht wählen.
    Das ist nichts halbes und nichts ganzes und in meinen Augen kann man's dann auch gleich lassen.
    Joa, jetzt hab ich auch nur wieder rumgemeckert... man möge mir verzeihen ^^

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  5. Recht hast du ja! Zu blöd dass ich KEINEN Wahlbrief bekommen habe, weder in TÜ noch bei meinen Eltern. Da ich kurz darauf in Urlaub gefahren bin (und bis SO noch sein werde) kann ich nicht wählen gehen. Geil, was? Dadurch, dass ich keine Ahnung hätte, für welche Stadt meine Wahlberechtigung vorliegt und ich auch keine Zeit mehr hatte das rauszufinden (für Briefwahl) darf ich nun schön inne Röhre gucken! So ein Dreck :( :(

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  6. DANKE für diesen tollen Post. Du sprichst mir aus der Seele.. :-)

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  7. Sehr schöner Post. Und vor allem sehr wichtig und richtig!

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  8. sehr guter post
    seh ich alles wie du . vorallem sind das doch echt nur wenige minuten ich weiß nicht wie es in großen städten ist aber selbst bei uns in der kleinstadt sind 3 wahllokale. man läuft maximal 5 minuten .
    schlimmer find ich diese nicht wähler die dann danach nörgeln was die anderen gewählt haben. da möchte ich schreien

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  9. Ich sehe das auch so dass wir wählen gehen müssen. Erstens ist es ein Recht auf das wir Deutschen verdammt nochmal sehr stolz sein sollten. Unsere Großeltern hätten sich gefreut, wenn sie in unserem Alter wählen hätten könnten. Und auch in Anbetracht des arabischen Frühlings sollte einem nochmal bewusst werden, dass eine Demokratie eine wundervolle Sache ist, für die es sich lohnt ein zustehen. Es opfern Menschen ihr Leben um mitbestimmen zu können und für unser einer ist es zu viel 'ne Viertelstunde seines Sonntags zu 'verschwenden' zwei Kreuzchen zu setzen.
    Für jeden sollte eine Partei dabei sein. Man muss ja nicht immer die großen Parteien wählen. Aber man soklte seine Stimme nicht verschwenden. Sonst sitzen nachher Extreme im Bundestag und die haben dort nichts zu suchen - sowohl rechts als auch links.

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  10. wie Richtig :)Ich finde es ist ein sehr wichtiges Thema aber ich hab das Gefühl das zieht ausgerechnet an vielen jungen Wählern irgendwie vorbei :/

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  11. "Wer nicht wählen geht, unterstützt somit auch rechtsextreme Parteien."
    Das ist eine vielzitierte Lüge, die auch nicht dadurch mehr Wahrheit bekommt, dass man sie oft wiederholt. Nur viel nachgeplappertes Blabla ohne Begründung.
    Wer nicht wählen geht, unterstützt erstmal gar keine Partei. Diese Aussage würde nur Sinn machen, wenn man davon ausgehen würde, dass es keine Nichtwähler unter potentiellen Wählern rechtsextremer Parteien gäbe und alle Nichtwähler nicht rechtsextrem wählen würden.
    In der Realität aber sind die Nichtwähler von den herrschenden Parteien extrem angefressen, die potentielle Rechts-Wähler-Quote ist unter den Nichtwählern also sehr viel höher (Proteststimmen).

    "Und die wiederum haben am Regierungstisch so gar nichts verloren."
    Am Regierungstisch hat verloren, was vom Volk gewählt wird. Die polnische Regierungspartei etwa steht vom Parteiprogramm her ein gutes Stück rechts der NPD und hat sich offen dem Nationalismus verschrieben. Trotzdem scheint in Polen alles gut zu sein, oder etwa nicht?

    "Wer nicht wählen geht darf am Ende auch nicht meckern!!!"
    Die größte Lüge von allen. Die etablierten Parteien interessiert es nicht, wen ihr wählt, wichtig ist für sie nur, _dass_ gewählt wird. Denn mit der Stimmabgabe beteiligst du dich nicht nur am "Voting", du überträgst gleichzeitig dein politisches Mitbestimmungsrecht an die Regierung. Die Stimmabgabe ist die Legitimation der Regierung!
    Wer dagegen seine Stimme enthält, erklärt sich auch mit der Regierung nicht einverstanden. Richtiger müsste es also heissen: Wer wählen geht, darf sich über die Regierung nicht beschweren.
    Für Leute, die von allen bestehenden Parteien enttäuscht worden sind, ist es also das richtigste, nicht wählen zu gehen. Eine hohe Nichtwählerquote drückt am besten das fehlende Vertrauen in die Regierung und das System aus.

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  12. sehr toller post!
    ich finde, es ist unsere aufgabe als blogger, unsere follower dazu aufzurufen, zu wählen.
    ich habe auch eben einen post getippt, wo ich zum wahlen aufrufe. da wir in österreich ja auch eine woche nach euch wählen, ist der nicht mal landbezogen, sondern gilt für "uns" und "euch" ;)

    lg
    svetlana von Lavender Star

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  13. Ich bin auch dafür, dass jeder wählen sollte. Jedoch ist hier auch GANZ, GANZ wichtig (!):
    NICHT mit Halbwissen alleine! Die meisten Menschen informieren sich nicht richtig über alle Parteien usw. sondern gehen mit einem oberflächlichen Halbwissen zur Wahl.

    Das finde ich persönlich sogar noch schlimmer, als gar nicht zu wählen...

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  14. Absolut DAUMEN HOCH für dich, denn du hast schlichtweg Recht!

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  15. Wir wählen erst in einer Woche in Österreich, aber ich finde, du hast sowas von Recht. Wer keine Partei findet, sollte lieber ungültig wählen, als gar nicht! Da zeigt man doch auch seinen Unmut, aber man merkt, dass es einem nicht egal ist! Ich finde es erschreckend, dass die Wahlbeteiligungen so weit zurück gehen - aus der Geschichte weiß man ja, dass niedrige Wahlbeteiligungen oftmals zum Extremen, der Diktatur, geführt haben!

    Manchmal denke ich mir, so eine Pflichtwahl wäre ehrlich das Beste - ungültig wählen kann man ja immer noch...

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  16. Sehr gut, darauf aufmerksam zu machen!
    Ich darf und gehe in Deutschland und Österreich wählen!

    xx,
    Lara von Kleiderkränzchen

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  17. Schöner Post :)
    Ich habe keine Lust den Großen meine Stimme zu geben und werde somit eine kleine Partei wählen... welche das genau sein wird, weiß ich noch nicht, da ich gar nicht weiß, was man hier wählen kann (gibt es eigentlich irgendwo eine Übersicht, was man in welchem Wahlkreis wählen kann?)... bei der letzten Wahl war ich nämlich so enttäuscht, ich wollte die Tierschutzpartei wählen und die stand gar nicht mit drauf. Hab dann den ganzen Zettel durchgestrichen, weil ich echt so stinkig war^^
    Das bringt zwar theoretisch genauso viel wie gar nicht wählen gehen, ist für mich aber immer noch besser als CDU, SPD und Co. zu unterstützen...

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  18. Ich muss zugeben, dass ich was Politisches nicht in diesem Blog erwartet hätte, aber ich freue mich darüber. Und ich kann zu 100 Prozent unterschreiben, was im Artikel steht, wenn man mal von der Aussage absieht, Politik sei langweilig. Kommt immer auch drauf an, was man draus macht und ob man sich für bestimmte Themen brennend interessiert.

    Natz Schaf: Es gibt einige Seiten, die etwas besser sind als der Wahl-o-mat, z.B. der Kandidatencheck von abgeordnetenwatch.
    Jacqueline Müller: Tut mir leid für dich, dass es so blöd gelaufen ist. Hier in Osnabrück sah es auch so blöd aus. Der "Wahlleiter" der Stadt (oder wie man das nennt) ist erkrankt und sofort bricht alles zusammen. Schreckliche Zustände.
    Anonym2: CIA-Kooperation, Verschleppungen, Geheimgefängnisse, Versuche, das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und die Pressefreiheit einzuschränken, Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit, Ressentiments gegen Homosexuelle und Juden... nein, in Polen läufts grad überhaupt nicht gut.
    Becci: Ich denke nicht, dass es eine Pflichtwahl geben sollte. So eine Wahl muss ohne Druck gesehen, erst dann ist sie demokratisch.
    Steffi K.: Ich habe so wie du gedacht und eine nicht im Bundestag vorhandene Partei gewählt.

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    1. "CIA-Kooperation, Verschleppungen, Geheimgefängnisse, Versuche, das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und die Pressefreiheit einzuschränken, Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit, Ressentiments gegen [Randgruppe]" - haben wir in der BRD auch massivst.

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  19. Herr Urbach hat einen sehr vernünftigen und lesenswerten Artikel zum Thema Nichtwählen geschrieben: http://herrurbach.de/2013/2013-und-die-wahl-ist-nur-ein-theater/ Und ich kann seine Sichtweise durchaus verstehen, auch wenn ich sie nicht teile und kann mich einem der obigen anonymen Kommentare nur anschließen. Nichtwahl kann Ausdurck des Protests gegen das demokratische System sein, welches ja auf der "Stimme des Volkes" [haha...] basiert. Es hat nicht immer was mit Ignoranz und/oder Faulheit zu tun. [Abgesehen von den wie viel Millionen Zweiteklassebürgern, die gar nicht wählen dürfen, aufgrund ihrer ausländischen Staatsangehörigkeit?]

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  20. Ganz meine Meinung. Ich habe auch nicht so viel Ahnung von Poltik, aber ich werde wählen gehen. Ich habe bisher immer gewählt, so lange ich durfte. (Ist jetzt meine dritte Wahl, aber die erste Bundestagswahl). Ich sehe es ganz genau so, dass nicht wählen eben genau den falschen hilft und wenn man mal sieht, wie die Wahlbeteiling gesunken ist... Außerdem finde ich das ganze eigentlich auch recht spannend. Bei unserer letzten Kummunalwahl war ich Wahlhelfe und habe alles miterlebt. Bundestagswahl ist da natürlich aber eine ganz andere Sache.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Man sollte wählen gehen!

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  21. Ich kann dich verstehen. Und dir auch zum Teil zustimmen. Wer aus Faulheit, entweder zur Wahl zu gehen oder sich mit dem Thema zu beschäftigen, nicht zur Wahl geht, den kann ich auch nicht verstehen. Man lebt in einem Land, sei es nun Deutschland oder Österreich, wo man das Recht hat zu wählen, ein Recht das viele Menschen in vielen anderen Ländern leider nicht haben. Und das sollte man finde ich auch wertschätzen.
    ABER! Ich verstehe auch die Seite der Nichtwähler. Für mich ist klar wen ich Wähle, aber nur weil eine Partie in meinen Augen mit Abstand das Kleinste Übel darstellt. Ich verstehe aber dass für viele die Linien aller Momentan bestehenden Parteien einfach nicht akzeptabel sind.
    Da gibt es kein 'kleinstes Übel' mehr, weil überall (!) nur noch Korruption und leere Versprechungen herrschen.
    Was hab ich vom versprochenen Wahlprogramm der Partei X, wenn sie mit Partei Y eine Koalition eingeht und die beiden gemeinsam überhaupt nichts durchbringen weil sie sich nicht einig sind? Was habe ich vom versprochenen Wahlprogramm, wenn die Regierung X dann unter Druck von irgendwem anderen, sei es eine Lobby, eine andere Partei oder sonstwer, sobald sie im Amt sind nun doch klein bei geben und das Programm obwohl sie vielleicht könnten, überhaupt nicht durchsetzen?

    Das Problem ist, wenn in der Politik einfach gar nichts mehr bewegt wird, außer dass groß geredet wird, und dass immer wieder Korruptionsfälle und Machtmissbrauch aufgedeckt werden, dann glaubt man nicht mehr an das was die Parteien vor der Wahl versprechen. Dann fühlt man sich, als wäre die eigene Stimme wertlos, denn selbst wenn die Partei X die man wählen möchte sich für viele Dinge einsetzt die einem wichtig sind, wenn die Partei X sich aber im Amt dann völlig anders verhält als vor der Wahl versprochen, dann sieht man keinen Sinn darin überhaupt noch irgendwen zu wählen. Oder wenn man weiß, dass die Partei die man wählen möchte weil sie sich für viele positive Dinge einsetzt, sowieso keine Mehrheit bekommt und im Parlament nicht gehört wird.
    Das ist die große Politverdrossenheit, die auch mich manchmal überkommt, deswegen verstehe ich, wenn Leute sagen sie gehen nicht wählen, weil es eh keinen Sinn hat. Das heißt nicht dass ich es gut finde, aber es ist mMn nicht unsere Aufgabe, unter dem 'geringsten Übel' zu wählen, sondern es ist in meinen Augen die Aufgabe der Politik aus den steigenden Nichtwählerzahlen irgendwo auch mal eine Konsequenz zu ziehen. Sich für mehr direkte Demokratie einzusetzen zum Beispiel, und bei Streitfragen wo sich die machthabenden Parteien partout nicht einigen können, gezielt Volksbefragungen oder Bürgerforen einzusetzen und somit auf die Wünsche der Bevölkerung einzugehen und diese umzusetzen... damit sich überhaupt mal etwas bewegt und nicht immer nur blockiert wird.

    Das ist jetzt natürlich einfacher gesagt als getan, aber ich finde es einfach auch unfair dass ich in letzter Zeit immer höre "Nichtwähler sind faul und dumm". Weil es einfach nicht stimmt. Viele sind einfach nur völlig entnervt und haben keine Lust mehr auf das Schmierentheater der Politik. Das sich Leute so entscheiden liegt nicht daran dass sie sich keine Gedanken machen, sondern daran dass sie einfach Angesichts der Möglichkeiten keine "Vom Regen in die Traufe" Wahl treffen wollen. Ich finde da sollte man schon auch ein wenig Verständnis aufbringen. natürlich gibt es solche und solche, und sicherlich auch die, die einfach zu faul sind sich damit zu beschäftigen. Aber ich kenne sehr viel mehr Leute der ersten Sorte, die dann ohnehin auch meistens doch noch hingehen und brav irgendwo ihr Kreuzchen machen. Und im Endeffekt bring Weißwählen doch genauso wenig wie Nichtwählen, denn beides hat überhaupt keine Auswirkung auf das Wahlergebnis. Und so lange es die Politik nicht interessiert dass 1/3 der Bevölkerung ihre Stimme überhaupt nicht abgegeben hat, werden sie sich auf ihren sinnfreien Prozenten und Mehrheiten ausruhen und es wird sich auch nichts ändern.

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  22. In anderen Ländern kämpfen die Leute dafür wählen zu dürfen, da ist es doch schade, wenn man das Recht hat und es nicht nutzt. :/

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  23. Ich möchte einige Dinge anmerken:
    * Wahlrecht ist keine Pflicht zu wählen. Es erlaubt mir auch, dieses Recht nicht wahr zu nehmen. Wahlbeteiligung ist Indikator für den Zustand der Demokratie.
    * nicht wählen ohne Artikulation der Gründe finde ich auch eher so semi gut - ich bin aber in der privilegierten Position, das tun zu können.
    * "Andere Menschen kämpfen dafür, wählen zu dürfen" - ja, das ist richtig, aber kein Argument. Ich z.B. weigerte mich dieses Jahr zu wählen (siehe von Frau Llama verlinkter Post) denn ich weigere mich, diesen Zustand unserer Demokratie mit einer Wahl zu legitimieren.

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  24. Etwas spät, aber dennoch: Schöner und wichtiger Post.

    Ich bin überrascht, wie dumm die Menschen mit der Politik und ihren eigenen politischen Möglichkeiten umgehen. Neulich erst habe ich einen Kommantar gelesen, in dem stand "Die Parteien in Deutschland taugen alle nichts ... man sollte die Parteien aus dem Volk heraus bilden!". Fand ich irrsinnig absurd; Parteien WERDEN aus dem Volk heraus gebildet und wer mit ihnen allen unzufrieden ist, der sollte sich überlegen, nicht selbst politisch aktiv zu werden.


    Wichtig finde ich, dass "Ich gehe zur Wahl, mache aber meinen Stimmzettel ungültig, damit niemand meine Stimme kriegt und ich ein STATEMENT abgebe, das besagt, dass alle Parteien MIST sind!" falsch ist. Schlichtweg falsch. Prozentual gewertet werden alle abgegebenen gültigen (!) Stimmen - und NUR die. Wenn von 10 Leuten 9 Stück ihren Zettel ungültig machen, dann regiert die Partei, die vom 10. gewählt wurde. Ich finde es traurig, dass dieser Irrglaube mit dem Ungültig-Machen bis heute besteht - er wurde sogar im Politikunterricht in der Schule gelehrt früher, obwohl er falsch ist.

    Eines der größten Probleme ist meiner persönlichen Meinung nach die Überalterung der Politik. Parteien haben keinen Zulauf mehr, ergo sterben Nachfolger aus und nur Menschen jenseits der 50-60 Jahre kommen öffentlich in politischer Funktion zu Wort. Hier muss gearbeitet werden, denn dass ich mich als junger Mensch wenig damit identifizieren kann, ist auch irgendwo klar.

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  25. ¨Eines steht fest:
    Politik ist langweilig, trocken, verwirrend und kompliziert.¨

    Hm, fest steht das absolut nicht. Ich interessiere mich sehr für Politik und kenne auch genug Leute bei denen das so ist.

    Der Wahlo-O-Mat (bei uns in Österreich Wahlkabine) ist an sich bestimmt keine schlechte Sache, aber meiner Meinung nach ist es wichtiger kurz zu recherchieren, was die Parteien in den letzten Jahren wirklich so getrieben haben. Manche haben super Sachen in ihren Programmen, machen aber gar nichts davon oder setzen die Prioritäten komplett anders. Von Korruption mal abgesehen,

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  26. FAKT IST:
    - Du bist "wissenstechnisch" kein "Überflieger"
    - Wer nicht wählt, gibt auch niemandem sein Stimme und unterstützt natürlich auch niemanden
    - Wer jemandem seine Stimme gibt, und der Unterstützt die Kriege an denen sich die BRD (passiv) beteiligt, der Unterstützt die Ausbeutung der Brüger durch "Rettungsschirme" an Banken, der Unterstützt die "Zwangssexualisierung der Kleinkinder", usw., usw.

    Einfach mal nachdenken, nur der der mit seiner Stimme diese Politcliquen (egal welche Partei, es ist doch immer das Gleiche) unterstützt ist Mitschuldig. Jemand der nichts tut, kann auch nicht an etwas schuldig sein. Man kann ihm/ihr nur vorwerfen passiv gewesen zu sein.

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