Light Pink Pointer

♥ Herzlich Willkommen!

Totenköpfe und Schleifchen, Nieten und Glitzersteinchen, Zombies und Kätzchen, schwarz und rosa: eben düster und kitschig...willkommen in meiner Welt! Hier findet sich alles von Outfitposts und der letzten Shoppingausbeute, über Rezepte und Reviews bis hin zum alltäglichen Gemecker über Gott und die Welt. Das Ganze gekonnt gewürzt mit einer kleinen Portion Humor, jeder Menge purer Ironie und etwas Seelenstriptease zwischendurch - denn ich bin mehr als nur eine hübsch gekleidete Hülle.
Und ich hab jede Menge zu erzählen!

noneArina xoxo

Samstag, 22. März 2014

 photo rose1_zpsd9c28712.gif MAY DEATH NEVER STOP YOU

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Es fühlt sich beinahe ein ganz ganz kleines bisschen an wie der Tod einer geliebten Person:
Im ersten Moment kann man es gar nicht fassen und ist einfach nur total ungläubig.
Der Kopf ist leer. Der Schock sitzt.
Man realisiert die soeben aufgenommene Information noch gar nicht richtig.
Die Tränen kommen erst dann, wenn einem bewusst wird, was man alles "nie wieder" haben wird.
Und auch in dem Falle der Trennung einer Band gibt es ganz viel "nie wieder".
Man wird sich nie wieder auf neue Songs freuen können, nie mehr gespannt aktuellen Interviews lauschen können, nie mehr das unbeschreiblich wundervolle Gefühl erleben all die Songs die man liebt live zu hören und sich auf einem Konzert all seinen Frust von der Seele zu singen und zu schreien, jedes einzelne Wort zu leben und sich einfach nur gut zu fühlen.

Vor genau einem Jahr lösten sich meine Lieblingsband auf: My Chemical Romance.
Einfach so, aus heiterem Himmel, ohne jegliche Vorwarnung.
Ich stand morgens auf, ging ins Bad und wurde sogleich von meiner Mom begrüßt mit den Worten: "Ob ich denn das mit MCR schon gelesen hätte". Nein, hatte ich nicht. Ich war unvorbereitet, hatte keine Ahnung was jetzt kommt...aber an ihrem Blick sah ich, dass es überhaupt gar nichts Gutes war.
Die Nachricht traf mich wie ein Schlag in die Magengrube und mir wurde unsagbar schlecht.
In diesem Moment, an diesem Tag, hatte ich tatsächlich das Gefühl etwas wichtiges verloren zu haben.
Es tat schrecklich weh.

Keine 10 Minuten nachdem ich die Nachricht erhalten hatte, die 6 Sätze gelesen hatte, welche meine kleine heile Welt in diesem Moment zerbrachen, zog ich mich dahin zurück, wo ich gerade erst her kam:
Zurück ins Bett.
Vermutlich gab ich ein seltsames Bild ab, an diesem Samstag Morgen vor einem Jahr.
Wie aus einem schlechten Liebesfilm, wo die Hauptdarstellerin holterdipolter ohne Erklärung von ihrem Geliebten verlassen wurde und sich nun hemmungslos weinend im Bett umher rollt, während sie einen ihrer Lieblingssongs hört.
Dumm nur, dass genau die Musik die mir sonst so wahnsinnig gut tat, die Sache in diesem Moment einfach nur noch schlimmer machte.

Es dauerte etwas bis Gerard, der Sänger, in einem ewig langen Brief sich (in)direkt zu allem äußerte und ich wenigstens ein paar tröstende Worte erhielt, die ich in diesem Moment brauchte.
Heute, genau ein Jahr später habe ich furchtbar gemischte Gefühle. Einerseits erscheint alles endgültig, jeder von den Jungs macht jetzt seinen eigenes Ding. Trotzdem glaube ich irgendwie, dass dies nicht das Letzte war. Das kann einfach noch nicht alles gewesen sein. Hinter My Chem steckte mehr als "nur eine Band". Gerard hat es selbst in seinem Brief am zutreffendsten formuliert:

"My Chemical Romance is done. But it can never die. 

It is alive in me, in the guys, and it is alive inside all of you. 

I always knew that, and I think you did too.

Because it is not a band- 

it is an idea."

Relativ zeitgleich eröffnete Gerard auch ein Postfach für Fanbriefe. Knapp einen Monat später schickte auch ich meinen Brief ab, bebildert und ganze 4 Seiten lang, handschriftlich verfasst. Damals fragte mich eine Mitschülerin voller Unverständnis "was mir das jetzt bitte bringt" und "was ich ihm da überhaupt schreiben würde", denn sie fand es offenkundig lächerlich.
Mir brachte es in der Tat etwas. Ich verschriftlichte in diesem Brief alles, wovon ich mir wünschte, dass ich es den Jungs irgendwann mal hätte persönlich sagen können. Und ganz gleich ob mein Brief nur einer von vielen war und ob er überhaupt bei der Flut an Post geöffnet und gelesen wurde - ich fühlte mich wahnsinnig gut und erleichtert und war so dankbar dafür auf diesem Wege all das loswerden zu können, was mir auf der Seele lag...und das war jede Menge.
Letztendlich zahlte ich eine ekelhaft hohe Summe an Porto, nur damit ich eine Sendenummer bekam zum mitverfolgen wo mein Brief gerade ist und wann genau er sicher in Amerika ankam...man ist schon verrückt manchmal ^_^"

Vor 5 Wochen kam dann der aller letzte Song raus, "Fake your death", und alleine den Name kann man schon zu Tode interpretieren. Zusammen mit meiner Mom saß ich vor dem PC und wir lauschten im Livestream dem Song. Ich war genau so nervös und aufgeregt, als stünde ich auf einem Konzert in der ersten Reihe und würde darauf warten, dass es endlich los geht. Mein Herz raste und schlug mir bis zum Hals. Ich freute mich riesig auf den Song, gleichzeitig war ich aber auch noch überhaupt gar nicht bereit dafür.
Bereit dafür, das letzte Mal einen neuen Song der Band zu hören, welche mir so viel bedeutet.
Ich mag viele Bands. Es gibt eine gute Hand voll Bands die ich wirklich nicht mehr missen möchte. Green Day zum Beispiel sind mir sehr, sehr wichtig, in vielerlei Hinsicht.
Keine Band zuvor hat es jedoch geschafft mir das zu geben, was MCR mir geben konnte. Dieses gewisse Gefühl, das Mitfiebern vor neuen Alben, dieses Kribbeln und die Energie der Songs, diese Motivation, diese Inspiration. Ich weiß nicht wie oft mir ihre Musik in der Vergangenheit schon geholfen hat, wenn es mir dreckig ging. Keine andere Band kann das selbe in mir auslösen.
Keine.

Es gab schon Tage, da musste ich fast über mich selber lachen. Wenn ich heulend an meinem Schminktisch saß, das MCR Poster über mir anjammernd und lauthals schluchzend und meckernd, was ich doch alles dafür geben würde die Jungs wieder vereint zurück haben zu können.
Vollkommen außer Acht lassend, dass sie trotzdem nie weg sein werden.

Ich habe die Hoffnung, dass sie irgendwann wieder zueinander finden werden. Bis dahin verfolge ich gespannt was sie sonst so tun, höre mir ihre Soloprojekte an, verfolge Gerards Zeichnerkarriere und hülle mich in ihren alten Songs ein, wie in einem schützenden Mantel, wenn es mir schlecht geht.
Ich kann gar nicht in Worte fassen wie dankbar ich dafür bin, dass ich die Chance hatte sie mehrmals live zu sehen, ihre Entwicklung zu beobachten, die Höhen und Tiefen ihrer Karriere mitzubekommen.
Dankbar dafür dass ich bereits die Chance hatte sie nach Konzerten zu sehen, während eines Meet&Greets sogar kurz mit ihnen reden und Fotos machen zu können.
Dankbar für jeden Moment in dem sie mit ihrer Musik für mich da waren und mich immer wieder aufgebaut und mir neue Energie gegeben haben.
Einfach nur unsagbar dankbar.


Thank you for the venom guys,
I'll keep running! ♥

Kommentare:

  1. Ich finde das alles überhaupt nicht lächerlich.
    Ich bin seit 2001 Fan von der Band Linkin Park, und ich fand mich nicht nur in ihren Texten wieder, sondern ich machte sie in meinen Fanfiktions zu meiner Familie. Würden sie sich nun auflösen, würde es mir sicherlich genauso ergehen wie dir. Ein Teil meines Herzens würde brechen.
    <3

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  2. I feel you... Ich kann das alles total nachvollziehen, gestern vor einem Jahr, als ich in meinem Bett lag, durch Facebook gescrollt hab und mich gefragt hab, warum so ein komischer Kram über mcr geposted wird, die Zeit bis ich es endlich geblickt hab, das ganze letzte Jahr und dann schließlich das warten auf den Radio One live-stream von May Death Never Stop You.

    Ich hab sie nie live gesehen, das macht mich irgendwie fertig, aber dafür war ich im Sommer auf einem MCRmy meetup und diesen Sommer folgen die nächsten :)

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  3. süßer Bericht :) doch ich kann das verstehen.. manche Band sind halt nicht "nur" Musik, sondern mehr. Da steckt mehr dahinter und ich kann verstehen, dass du traurig bist, dieses Gefühl nicht mehr zu bekommen... Aber, wie hat einer meiner Lieblingskünstler mal gesagt: Dir bleibt immer die Musik dir bleibt immer die Erinnerung und die Gefühle, die du mit den Songs verbindest :)

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  4. Wow, sehr berührender Text von dir. Ich muss ehrlich sagen, dass ich bei keiner Band solche Gefühle habe wie du sie hier beschreibst, aber dennoch kann ich ziemlich gut mitfühlen, wie es dir geht....

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  5. Ich kann dich so gut verstehen.. an genau diesem Samstag war ich auf der Arbeit, habe es in meiner Mittagspause gelesen und war total fertig und musste dann noch weiter arbeiten.. .___. Ich muss heute noch bei einigen Liedern schlucken, wenn sie zufällig im Auto laufen.. Ich bin so froh sie wenigstens zwei mal live erlebt zu haben. :( Ein schöner Beitrag der mir sehr aus der Seele spricht.. <3

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  6. Ich find das gar nicht lächerlich. Ich finds toll, wenn sich Leute noch für was interessieren, anstatt nur rumzuunken. Und ich beneide dich dafür, dass du mit deiner Lieblingsband bereits persönlich sprechen konntest. Ich konnte nur mit Teilen von meiner E-Mails schreiben.

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  7. Das hast du wirklich wunderbar geschrieben, liebe Alina... :) Und ich kann dir versichern, dass ich es absolut nicht lächerlich finde. Manche Band sind eben nicht einfach 'nur Bands'. Manche sind ein Teil von uns, ein Teil unseres Lebens und unserer Persönlichkeiten. Manche Künstler haben uns geprägt - bewusst oder auch unbewusst. Ich kann nachvollziehen, was du gefühlt hast. Fühl' dich gedrückt! ♥

    Yuna.xo

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